Danach heißt nicht deswegen!

Bei der Beurteilung, ob eine von uns durchgeführte oder veranlasste medizinische Therapie Erfolg hatte, neigen wir dazu, eine darauffolgende Besserung der Symptome eben genau jener Maßnahme  zuzuschreiben. Post hoc, ergo propter hoc? Nicht zwangsläufig. Quellenangabe: HNO-Nachrichten 2012; 42: 48.

Feine Damen für den unreinen Arzt

In vergangenen Jahrhunderten haben sich hochgestellte Damen der chinesischen Oberschicht im Krankheitsfall angeblich so genannter Schmerzpuppen (engl.: „Doctor´s Ladies“) als Medium zur Kommunikation mit den Heilkundigen bedient. Die Dienstboten konnten an der Figur dem entfernt wohnenden Arzt zeigen, wo die Dame des Hauses Beschwerden hatte und brachten dann die entsprechende Medizin gleich mit. Quellenangabe: HNO-Nachrichten…

„Pinselpraxis“ oder High-Tech-Institut?

„Gepinselt“ wurde in den HNO-Praxen immer: die Trommelfellgranulationen, die Nasenmuscheln, die Rachenhinterwand und die Stimmlippen.  Die Namen Lugol und Schech stehen für ein Therapieprinzip, das auch heute aus ökonomischen Gründen immer noch angewandt wird. Der reine „Pinseldoktor“ stellt aber das Licht seiner fachlichen Kompetenz unter den Scheffel. Quellenangabe: HNO-Nachrichten 2012; 42: 56.

Das „Spekulum Auris“ des Herrn Dr. Brunton

Licht ins Dunkel bringen, auch das ist eine ärztliche Aufgabe. Mit  der Reflektion von Licht in tief liegende Körperregionen ergaben  sich nicht nur in der Ohrenheilkunde neue Wege zur Diagnostik und Therapie. Der Schotte John Brunton, ein in London praktizierender Chirurg und Geburtshelfer, beschrieb 1865 ein sehr kompaktes  Instrument, mit dem Sonnen- wie Kerzenlicht zur…

Der Locus des Herrn Kiesselbach

Bei Blutungen aus Mund, Nase und Ohr greifen auch gut ausgebildete Notärzte gerne auf die Hilfe eines HNO-Kollegen zurück. Vor allem Nasenblutungen stellen eine Indikation zur HNO-ärztlichen Versorgung dar. Noch heute wird die häufigste Blutungsquelle am vorderen Nasenseptum in gängigen Lehrbüchern als Locus Kiesselbachii bezeichnet. Quellenangabe: HNO-Nachrichten 2011; 41: 64.

Personenkult in Plastik

Es hebt offensichtlich das Selbstwertgefühl, wenn man sich als  Angehöriger einer bestimmten Berufsgruppe in den gängigen Kunstobjekten wiederfindet. Hierbei dominiert der jeweilige Zeitgeschmack. Ein bisschen Asklepios darf ja wohl in jedem Arzt stecken,  aber muss es auch einen Arzt-Schlumpf geben? Quellenangabe: HNO-Nachrichten 2011; 41: 50.

Das künstliche Trommelfell

In der vorantibiotischen Ära hinterließ die eitrige Otitis media oft eine bleibende Trommelfellperforation mit einer Hörminderung. Als Trommelfellprothesen dienten neben Schweine- oder Fischblasen auch Eihäute oder Zigarettenpapier… Quellenangabe: HNO-Nachrichten 2011; 41: 44.

„Mehr Licht, bitte!“

„Mehr Licht!“, Goethes angeblich letzte Worte sind häufig die ersten Worte des Operateurs zu  Beginn einer Operation. Wie kein anderes medizinisches Fachgebiet ist die HNO-Heilkunde auf eine gute Beleuchtung angewiesen. Erst durch den Einsatz von elektrischen Lichtquellen konnte sich das Fach vor 100 Jahren etablieren. Quellenangabe: HNO-Nachrichten 2011; 41: 52.

Die Kunst des Zuhörens und Erklärens

„Was die kleine Momo konnte wie kein anderer, das war: Zuhören… Momo konnte so zuhören,  dass dummen Leuten plötzlich sehr gescheite Gedanken kamen… Sie konnte so zuhören, dass ratlose oder unentschlossene Leute auf einmal ganz genau wussten, was sie wollten … oder dass Unglückliche und Bedrückte zuversichtlich und froh wurden“. So Michael Ende in seinem…

Vom Ein- und Ausspritzen

Bei den ersten „Spritzen“ handelte es sich im Regelfall um Tier- blasen, an denen  eine Kanüle aus ausgehöhltem Tierknochen  angebracht war. Einen erheblichen technischen Fortschritt stellte die Weiterentwicklung zur Kolbenspritze dar. Quellenangabe: HNO-Nachrichten 2010; 40: 66.

Der Dimorphismus des Cerumens

Ohrenschmalz gilt medizinisch gesehen als Banalität. Die  wirtschaftliche Bedeutung für die HNO-Praxis ist allerdings nicht zu unterschätzen. In manchen HNO-Praxen dürften bis zu 50% der Patienten wegen Problemen um Rat suchen, die durch Zerumen verursacht sind. Dennoch haben sich nur wenige Hals-Nasen-  Ohren-Ärzte eingehend damit beschäftigt. Das taten dafür in  jüngster Zeit besonders Humangenetiker und…